Umweltschutz ist in Deutschland höher geachtet als in den meisten anderen Industrieländern der Welt. Umweltzonen in deutschen Städten, die politische Unterstützung alternativer Energien oder moderne Filtertechnik in Verbrennungsanlagen und Kraftwerken sind nur wenige Beispiele. Ein Grund für die wichtige politische Bedeutung dieser Umweltmaßnahmen ist sicherlich auch der große Einfluss von Umweltschutzverbänden. Doch welche von Ihnen existieren eigentlich hierzulande?
Allgemeine und übergreifende Umweltschutzverbände
Einer der größten Umweltverbände ist mit über 480.000 Mitgliedern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Themen, für die sich der BUND einsetzt, sind beispielsweise ökologisch abgebaute Lebensmittel, der Klimaschutz, regenerative Energien sowie der Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Ähnlich unterstützt ist der Naturbund Deutschlands (NABU) mit etwa 460.000 Mitgliedern. Aus dem Bund für Vogelschutz entstanden, fördert der NABU mittlerweile ganz unterschiedliche naturschutzrelevante Themen wie den Schutz von Flüssen, Wäldern und einzelner Tierarten ein. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist im Gegensatz zu den beiden erstgenannten kein Mitgliederverband, sondern ist Ansprechpartner und Forum für Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Umweltorganisationen. Ein Zusammenschluss deutscher Umweltschutzverbände ist im Deutschen Naturschutzring (DNR) zu sehen, der 96 Mitgliedsverbände unter sich vereint und zu koordinieren versucht. Weltweit am bekanntesten ist wahrscheinlich die Greenpeace-Bewegung, die aufgrund ihrer oft spektakulären und öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten Mitglieder auf der ganzen Welt gewonnen haben. So auch in Deutschland. Die Aktionen zum Schutz der Lebensgrundlagen sollen dabei stets gewaltfrei, durchaus provokativ und vor allem unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Verbänden und Parteien sein. Einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hat der WWF erlangt, der weltweit ca. 5 Millionen Förderer besitzt und sich vorrangig für Tierschutz und den Erhalt der Artenvielfalt einsetzt.
Umweltschutzverbände mit speziellen Themenbereichen
Mit 13.000 Mitgliedern setzt sich der Bund der Energieverbraucher für die Interessen privater Energieverbraucher ein, und informiert dazu über angemessene Preise und gute Versorgung von Flüssiggas, Elektrizität und Heizöl. Die Grüne Liga ist eine kurz nach dem Mauerfall gegründete Vereinigung in der ehemaligen DDR, um sich für viele Themen aus dem Umweltbereich, aber auch darüber hinaus einzusetzen. So gehören Energie, Rohstoffabbau, Landwirtschaft, Verkehr und nachhaltige Regionalentwicklung zum Arbeitsbereich, werden aber zuweilen mit sozialen, ökonomischen oder friedenspolitischen Themen verknüpft. Der Verkehrsclub Deutschland ist eine gemeinnützige Organisation für eine zukunftsfähige und nachhaltige Verkehrspolitik. Der VCD hat sich dabei das herausfordende Ziel auf die Fahnen geschrieben für Sicherheit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit in der deutschen Verkehrslandschaft zu kämpfen. Er wird dabei sowohl als politikberatender Lobbyverband as auch Verbraucherschutzinstitution tätig.
Umweltschutz ist in Deutschland repräsentiert und gut organisiert
Diese Auflistung beansprucht natürlich keine Vollständigkeit. Es gibt noch eine Reihe weiterer Verbände, die sich einzelnen wichtigen Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes angenommen haben. Dazu gehören beispielsweise der Fahrradverkehr, der Regenwaldschutz, der Schutz des Bergwaldes oder des Jordsandes, die betriebliche Regenwassernutzung oder die ökologische Jagd. Dies sind sicherlich wichtige zu behandelnde Themen, denn auch wenn Deutschland wie oben beschrieben eine umweltpolitische Vorreiterrolle im globalen Vergleich spielt, gibt es noch manchen Missstand. Überdies kann dies aber leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, soweit die weltweite Entwicklung so unzureichend verläuft wie im Augenblick.
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